Wie man ein Fischauge rasiert, und was zur Hölle das ist :)

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Fischaugen gehören rasiert ! Und nein es geht hier nicht um eine südbolivianische Delikatesse. Fischaugen sind extreme Weitwinkellinsen, die ein Blickfeld von mehr als 110° erfassen. Die meisten Objektive bilden zwischen 160° und 220° ab. Wenn man nun diese extremen Winkel auf ein bild von 4:3 bringen will, wird die Realität zwangsweise stark verzerrt.

Die ersten Fischaugen wurden von Nikon hergestellt. Bei diesen frühen Linsen musste der Spigel der Kamera permanent nach oben geklappt werden, da die Konstruktion so weit in den Innenraum der Kamera geragt hat. Das Größte Fischauge von Nikon kann mit 220° nach hinten schauen und wiegt über 5 KG.

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Der eigentliche Einsatzbereich dieser Linsen ist die Wetterbeobachtung, Himmelsanalyse oder Luftaufnahmen. Aber in der ‘normalen’ Fotografie erfreuen Sie sich als Effektlinse großer Beliebtheit.

Es gibt 2 Arten von Fischaugen. Die Fullframe variante und die Zirkuläre. Die FF-Variante bildet ein rechteckiges Bild ab. Die Zirkuläre, wie der Name schon sagt, bildet einen Kreis. Mittlerweile gibt es sogar Fisheye Zoom Objektive die zwischen 8mm und 15mm Zoomen und die Vorteile beider Versionen vereinen.

Da diese Linse nun wirklich eine pure Effektlinse ist, die zwar spaß macht, sich aber auch schnell abnutzt, wollte ich nicht allzuviel Geld für z.b. ein Sigma 8mm ausgeben. Ein Nikon 16mm Fisheye z.B. ist eine super Linse mit einer tollen Abbildungsleistung, die allerdings auch bezahlt werden will. Da passt es ganz gut, das die Firma Samyang (auch unter dem Namen Wallimex, Bower, Rokinon, Optics etc) ein vollkommen manuelles Fisheye herstellt. Die alte Version ist völlig ohne Elektronik, daher funktioniert eine Belichtungsmessung nur an den größeren Nikons.

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Leider ist diese Linse zwar Vollformatrauglich, hat aber wie das Tokina 10 – 15, Nikon 10,5 DX und Andere Fishaugen eine fest eingebaute Sonnenblende. Diese schützt das große Frontelement und sorgt dafür das ein Objektivdeckel auf dem Glas verwendet werden kann. Nun kann man aber leider die Sonnenblende bei FX (Vollformat) Aufnahmen sehen.

Dem kann man abhilfe schaffen, wenn man eine säge besitzt. Es gibt auch entsprechende Angebote im Internet, bei denen man mit Garantie eine rasur durchführen kann, und sogar noch einen neuen Objektivdeckel erhält. Aber selber basteln ist lustiger. Auch auf die Gefahr hin, das man nach dem Versuch nur noch einen Scherbenhaufen statt einem Objektiv hat, habe ich es versucht.

Im Internet gibt es viele Anleitungen, die empfehlen mit einem Bleistift auf einem Abstandshalter das Objektiv zu markieren. Die Linie wird dann mit Isolierband fixiert. Das erleichtert zwar das arbeiten, aber 100% grade wird das nicht.

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Wir haben in unserem Versuch eine Rohrschelle um das Objektiv (nach polsterung) gelegt, diese ist immer 100 grade und bietet der Säge einen entsprechenden halt beim rasieren. Wenn der Rest des Objektivs nun mit genug Isolierband und einem Staubschutz versehen ist, kann man ganz vorsichtig die Sonnenblende entfernen. Das Objektiv bietet danach ein super Blickfeld, das auch für Panoramaaufnahmen genutzt werden kann.

Ob man nun den Kreis mag, oder nicht muss man selber wissen, ich finde beider Versionen gut, und mit einem 12 Mpix Bild wenn ich den Kreis wegcroppe kann ich mehr als gut leben ;)

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Hier steht der BioMüll

1 Comment

  1. Rainer - 21. Mai 2014

    Objektiv und Eisensäge harmonierten wider Erwarten sehr gut.

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