DIY Kamera für 9€

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Das man für eine Kamera nicht viel braucht habe ich ja schon öfter festgestellt. Diesen Gedanken hatten auch die Herrausgeber des japanischen Magazines “Otona no kagaku” (Gakken) was soviel bedeutet wie “Wissenschaft für Erwachsene”. Als Beigabe liegen dem Magazin einfach zu bauende ‘Experimente’ bei.  Eines dieser Gimmiks war eine TLR (Twin Lens Reflex) Kamera. Durch das einfache Prinzip und die überraschende Bildqualität wurde diese, komplett aus Kunststoff bestehende Kamera, schnell zum Hit.  Sie hat den beinamen Gakkenflex, bezogen auf den Herrausgeber bekommen.

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Nun gibt es auf dem selben Prinzip basierend mehrere Nachbauten, von der günstigen Recesky (20€) bis zur teuren (70€) Blackbird Fly. Wie immer bei diesen Toy Kameras gilt, je billiger desto besser. Die Blackbird Fly fällt in die selbe Kategorie wie eine Diana, hier wird Geld mit einem Hippster Trend gemacht. Durch Zufall habe ich bei eBay aus China, für ganze 9 € inkl. Versand, einen Nachbau zum nachbauen gefunden. Nach ca. 3 Wochen Lieferzeit kam das Paket an. Nach der Beschreibung braucht man ca. eine Stunde um den Bausatz in eine Kamera zu verwandeln.

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Dem Karton liegt eine bebilderte Anleitung in englisch bei. Zum Glück gibt es Bilder, denn ein paar Federn sind im Text vertauscht und einige Sätze ergeben auch nach mehrmaligem lesen keinen Sinn. Die Qualität ist für 9€ überaus gut. Leider liegt dem Set als Mattscheibe nur ein durchsichtiges Stück Plastik bei. Da aber die obere Linse ja auf eine Fläche scharfstellen muss, muss im Sucher ein halbtransparentes Material verbaut werden. Aber dafür reicht zum Glück ein Stück Abpauspapier.  Der Zusammenbau ist sehr einfach gehalten, selbst der Verschluss besteht aus nur 3 Teilen und ist selbsterklärend.

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Die technischen Daten sind schnell aufgezählt:

  • 1/125 Verschluss
  • F6 oder F11 (mit Platikblende)
  • Meniskuslinse aus Kunststoff
  • Fokus 50cm bis Unendlich

Ungefähr 30 Schrauben und 45 Minten später hatte ich die Kamera fertig. Lustiges Gerät, Scharfstellen klappt, Auslöser auch, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Leider wurde der erste Test film nichts. Irgendwo gibt es einen Spalt in dem Licht reinkommt und außerdem sind durch die Bank weg alle Bilder unscharf. Was daran liegen kann, das ich ohne Blendeneinsatz Fotografiert habe (also mit kompletter Offenblende).  In der Bedienung ist die Kamera denkbar einfach, wie bei jeder TLR wird durch einen Lichtschachtsucher scharf gestellt (drehen an einer der Linsen) und dann Ausgelöst. Der Filmtransport geschieht unabhängig vom Auslösen, so sind Doppelbelichtungen möglich.

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Die Kameras dieser Art haben eine Flickrgruppe in der man einige Ergebnisse sehen kann. Ich werde auf alle Fälle mein Glück mit einem weiteren Film versuchen. Denn die Kamera wurde mit Isolierband abgeklebt (auch die andruckplatte dank der die Bilder streifen haben) und die Blende eingesetzt. umgewöhnen muss man sich, da die Bilder im Hochformat sind, also drehen um eine normale Ausrichtung zu haben. So kann ich auch gleichzeitig testen wieviele Filme ich mit meinem Ansatz Tetenal C41 Chemie entwickeln kann, ich glaube bei Nummer 8 bin ich schon.

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