03 – Olympus XA2 – Die “Immerdabei”

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Kompaktkameras mit 35mm Film gibt es wie Sand am Meer, sie sind klein leicht und immer dabei. In den 80er Jahren hatte der Kunststoff bereits Einzug in die Kamera Produktion gehalten und der letzte Rest vom Glanz der Fotografie war weitestgehend verschwunden. Wo vor kurzem noch Feinmechanische Wunderwerke wirkten und vernickelte Verschlüsse einen Hinweis auf den Wert dieser Präzisionsgeräte lieferten dominieren jetzt moderne Designs. In allen Farben von und Formen, von eckig bis rund oder Blau bis Grün kann man Kameras kaufen. Wenn noch vor 10 Jahren ein Compur Verschluss einer Zeiss jeden der nicht mit der Kunst der Fotografie vertraut war eindrucksvoll veranschaulicht hat, das es sich um kein knipsen sondern um Kunst und Können ging, haben die (günstigen Kompakten) Kameras der 80er Jahre den Charme eines Trostpreises beim Betriebsfest. Die Ausnahme bilden hier natürlich die hochwertigen Kompakten von Rollei und Leica.

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Ein unscheinbarer Kandidat was das Äußere Angeht ist die Olympus XA Serie von 1979. Die erste Auflage war eine Messsucherkamera bei der der Fokus und die Blende getrennt über zwei Schieberegler getrennt gesteuert werden konnten. Die zweite Version war mit einem Zonenfokus ausgestattet. Die Nachfolgenden Versionen hatten einen Fixfokus (XA3) und wieder einen Zonenfokus (XA4). Die Olympus ist schon damals für ihre Schärfe bzw. die guten Objektive bekannt gewesen. Es wurden insgesamt 4 Versionen der XA hergestellt die sich alle nur gering unterscheiden. Ich bin dieses Wochenende mit der XA2 unterwegs gewesen. Diese Kamera eignet sich hervorragend für die Jackentasche als “Immerdabei“-Kamera.  Natürlich macht mein iPhone mittlerweile auch klasse Fotos und das habe ich zwangsweise immer dabei, aber eine ‘echte’ Kamera ist schon etwas Anderes.

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Ich habe die Kamera mittlerweile 2 Mal für jeweils 15€ gekauft, der Zustand war bei eBay einmal mit Sehr Gut und einmal mit stark gebraucht aber OK angegeben. Funktioniert hat leider keine der beiden. Naja, aus Zwei mach Eins, und schon weiß man wie genau eine Olympus so funktioniert. Diesmal sind auch fast keine Teile übrig geblieben…

Technische Daten:

  • Herstellungsjahr:  1980
  • Herstellungsland: Japan
  • Negativgröße: 24mm x 36mm
  • Gewicht: ca. 212 g
  • Linse: 4 Element Tessar – Front element fokussiert
  • Fokusbereich: 3 Zonen Fokussystem 1.3m bis Unendlich
  • Brennweite: 35 mm
  • Blende: f3,5
  • Verschlusszeit: 1/500 bis 2 Sekunden
  • Batterie: 2x S76 Zellen
  • Belichtungsmesser: Mittenbetonte Programmautomatik
  • Blitz: optionaler A11 Blitz mit 100/400 Iso und FULL Modus

 

Das 3 Zonen Fokussystem ist sehr einfach gestalltet man kann wie bei vielen dieser Zonen-Systemen (Holga, Diana, Smnea Symbol etc.) zwischen Portrait, Gruppe oder Unendlich wählen was sich in etwa in 1.3m – 2.7m / 2.7m – 8.9m / 6.3m – Unendlich übersetzten lässt (je nach Blende).

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Das schöne ist, das sich die Entfernungseinstellung beim schließen der Frontklappe immer wieder in Mittelstellung schiebt und so für die meisten Situationen richtig sitzt. Die Kamera selbst ist Point and Shoot pur, öffnen, Bildausschnitt festlegen, abdrücken. Der Auslöser wird als federleicht beworben, und genau das ist er auch, wenn man ihn leicht berührt löst er aus. Der Film wird mit einem Daumenrad weiter transportiert. An der Unterseite befindet sich ein Schiebeschalter für den Batterietest (Piiiiiiiiep) und den Selbstauslöser (Piiiep Piiiep Piiiiiiiiiep).

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Im Display wird verwirrenderweise über ein grünes Licht angezeigt wenn zu wenig Licht vorhanden ist. Also Grün = Nix Gut ! Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Da die Linse eine Blende von 3.5 (bei der XA 2.8) hat, muss man bei wenig Licht sehr genau den Abstand einstellen. Ich lag bei meinen ersten zwei Filmen öfters mal daneben.

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Diese Kamera ist aufgrund der Größe und schnellen Einsatzbereitschaft auch bei Street-Fotografen sehr beliebt (nein die fotografieren nicht Straßen wie andere Flugzeuge, die machen Kunst. Decisive Moment und so). Eine Kamera wie sie sein sollte wenn man nicht zuviel nachdenken möchte, aber trotzdem gute Ergebnisse erwartet.

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Durch einen optionalen Blitz wird die Kamera um 7 cm Länger, kann aber auch in schlechten Licht Situationen eingesetzt werden. Der Blitz ist komplett manuell und kann auf ISO 100 /400 oder Volle Leistung eingestellt werden. Auf der Rückseite des Blitzes ist angegeben wie weit die einzelnen Einstellungen reichen. Hier ein paar Bilder von meinem kleinen Rundgang. Dies sind auch die ersten Bilder die ich selbst im C41 verfahren entwickelt habe, dazu aber bald mehr ;)

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