01 – Agfa Clack – Die schönere BOX

CK-4360-2
Wenn man sich die einfachste Form einer Kamera vorstellt, erhält man einen Kasten mit einer Linse an der Vorderseite. Und genauso schaut eine Box Kamera aus und einstellen kann man auch nicht wirklich viel mehr. Um 1888 brachte Kodak die Box Nummer 1 heraus. Diese Kamera wurde mit dem Slogan “You press the button, we do the Rest” verkauft. Man konnte die Kamera komplett beim Händler abgeben und bekam nach einiger Zeit dann seine Negative und die Kamera mit neu eingelegtem Film zurück. Die 2. Box Kamera war dann preislich günstiger und man konnte den Rollfilm selbst einlegen. Die Box Kameras wurden zwischen 1900 und 1970 in großen Stückzahlen verkauft. Einer der Großen Vorteile war, das man an der Kamera nichts einstellen konnte, so war Fotografieren für jeden möglich. Die meisten Kameras waren zu dieser Zeit sehr kompliziert, da die Belichtung gemessen und die Kamera entsprechend eingestellt und fokussiert (geschätzt) werden musste. Diese Boxen waren sozusagen die Rollfilm Point-And-Shoot.

CK-4351

In Deutschland wurde um ca. 1954 von der Agfa Camera Werk AG eine Box in schönerer Form herausgebracht. Die Agfa Clack (benannt nach dem satten Geräusch das die Kamera beim Auslösen erzeugt). Wenn man eine Clack und eine Click nacheinander auslöst hört man den Unterschied.

Technische Daten:

  • Herstellungsjahr:  1954 – 1965
  • Herstellungsland: Deutschland
  • Negativgröße: 6cm x 9cm
  • Gewicht: 325 g
  • Linse: Einlinser (Meniskus)
  • Fokusbereich: 1m bis 3m mit Nahlinse – 3m bis unendlich (Fixfokus)
  • Brennweite: Ca. 95mm
  • Blende: F11 und F16
  • Verschluss: selbst spannender Federverschluss
  • Verschlusszeit: “M” 1/30 und “B” Bulb

 

CK-4363

Die Clack wurde bewusst simpel gehalten, mehr als auslösen kann man nicht. Der damals übliche Film (50 oder 100 ASA) liefert bei Blende 11 an bewölkten und F16 bei sonnigen Tagen ein gutes Ergebnis. Außerdem muss man sagen das Film um einiges besser mit zu wenig Licht zurecht kommt als ein digitaler Sensor. Der Film läuft über eine gebogene Fläche, so werden die Nachteile der Meniskuslinse ausgeglichen (Vignettierung und Unschärfe).

Der Verschluss kann auf “M” was soviel wie Momentaufnahme heißt und 1/30 entspricht (je nachdem wie gut die Feder noch ist) oder auf “B” für Bulb gestellt werden. Die Clack hat einer Standard Box gegenüber den Vorteil einer schöneren Form, einem Stativgewinde und einem Kabelauslöseranschluss. Es kann ein Agfa Clibo Blitz auf der Oberseite angebracht werden.

CK-4352

Wie das fertige Bild aussehen wird kann über einen Tunnelsucher auf der Oberseite abgeschätzt werden. Zum einlegen des Films wird die Kamera in 2 Hälften zerlegt. Bei geöffneter Kamera kann man auch sehen wie groß das Bild wirklich wird. Das große Negativformat wurde größtenteils für Kontaktkopien in 6cm x 9cm genutzt. Auf der Rückseite kann man durch das bekannte rote Sichtfenster sehen welches Bild aktuell belichtet wird. Auf Rollfilmen ist den verschiedenen Formate entsprechend eine Nummer aufgedruckt.

CK-4359

Wenn man die Kamera das erste mal in die Hand nimmt merkt man erst wie leicht diese ist. Man denkt eher an ein Spielzeug als an eine vollständige Kamera. Hier wurde mit einfachsten Mitteln die Möglichkeit geschaffen, ansprechende Bilder zu machen und Erinnerungen festzuhalten. Denn wenn die Negative erst mal entwickelt sind, ist man überrascht wie scharf diese sind. Bei einer Verschlusszeit sollte man darauf achten die Kamera extrem ruhig zu halten oder etwas zum ablegen zu finden. Die Bilder werden in der Mitte scharf und wie zu erwarten wird es zum Rand hin stark unscharf. Eine Vignettierung wie bei einer Holga oder Diana wird durch die gebogene Filmebene sehr gut unterdrückt.

Die Kamera wurde in Amerika Weekender genannt. Es wurden ca. 1.65 Millionen Exemplare hergestellt. Aufgrund der einfachen Konstruktion wird die Kamera gern zur Pinholekamera umgebaut. Nun aber ein paar Aufnahmen der Agfa Clack. Bei schlechtem Wetter und schwindender Sonne. Nur 8 Aufnahmen sind wirklich wenig auf einem Film. Um allerdings 1963 einen Eindruck vom Urlaub mit zurückzubringen sollten 8 oder 16 Aufnahmen ausgereicht haben. Fotografie völlig entschleunigt, denn außer der Gestaltung gibt es absolut keine Möglichkeit etwas zu beeinflussen.

CK-6479 CK-6485 CK-6482 CK-6481 CK-6480

Author Bio

Hier steht der BioMüll

Leave a reply