DIY – Pinhole Bodycap

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Die DIY – Pinhole Bodycap oder auf deutsch: “Gehäuseabdeckungsnadellochkappe”, oder so ähnlich. Ich hatte ja im letzten Post über die Camer Obscura geschrieben. Und mein erster Versuch einer Pinhole Linse war nicht wirklich gelungen (das Loch war zu groß). Nun habe ich im Internet (z.B. hier) Lochblenden zum kaufen gefunden. Wobei ich allerdings für einen Spaß 30,00 € schon ziemlich viel finde. Gut, das Loch ist 100% in der Mitte und ziemlich winzig. Aber wenn ich Qualität will suche ich keine Lochblende. Diese Ganze Pinhole-Geschichte ist eher zur Befriedigung des Spieltriebs gedacht.

Allerdings finde ich ein Loch in einem Gehäusedeckel bei einer Belichtungszeit von mehr als 30 Sekunden nicht wirklich berauschend. Ich bin ja etwas empfindlich was Staub auf dem Sensor angeht. Daher war die Überlegung einen Skylight oder UV Filter vor den Deckel zu setzten. Außerdem wird bei den meisten Anleitungen für Lochblenden Metall für die eigentliche Blende verwendet. Im Nachhinein muss ich sagen Getränkedosen sind glaube ich heutzutage nur noch doppellagige Alufolie, aber Egal. Fangen wir an. Man benötigt folgende Dinge für eine DIY 3€ Lochblende (2€ UV Filter + 1 € Gehäusedeckel):

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  • Gehäusedeckel für den Body
  • UV-Filter
  • Isolierband (oder Panzerband)
  • Nadel (fehlt auf dem Bild)
  • Schere
  • evtl. Zange
  • Getränkedose
  • Lineal
  • Schmirgelpapier
  • Bohrer (Dremel etc. Auch nicht auf dem Bild)

Das sollte ausreichen. Als erstes messen wir die Gehäusekappe aus um den genauen Mittelpunkt zu bestimmen. Je genauer man arbeitet desto besser wird die Qualität der Lochblende. Wenn die Mitte gefunden und angezeichnet ist, wird mit einem Bohrer ein ca 5 mm großes Loch in die Kappe gebohrt. Ich konnte diesen Schritt überspringen da ich schon von der Version 0.1 eine Kappe mit Loch in der Mitte hatte.

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Wer Probleme damit hat sich vorzustellen wie man ein Loch in eine Kappe bohrt der findet sicherlich bei Youtube das passende Video zum Bohren von Löchern oder im Internet ein Forum das sich ganzheitlich der Frage von Löchern in Kunststoffen verschrieben hat. Ist das Loch nun vorhanden sollte der Rest der Kappe ein wenig plan geschliffen werden, so haftet das Klebeband besser und das Stück Aluminium kann besser aufliegen.

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Da wir das Aluminium (oder aus was auch immer Getränkedosen sind – Wer es weiß kann das gerne in den Kommentaren hinterlassen) noch in Form einer Dose haben, müssen wir erstmal ein Stück herausschneiden. Nachdem wir nun die ersten kleineren Verletzungen mit der Hausapotheke versorgt haben und die Blutung auf ein erträgliches Maß gesunken ist, geht es weiter mit dem Befestigen des Aluminiums.

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Ich habe das Aluminium mit mehreren Bahnen Klebeband fixiert. Nun kann das Metall von hinten durchstochen werden. Eigentlich wollte ich das Loch auch noch mit dem Schmirgelpapier ein wenig entgraten. Allerdings muss meine Dose aus wirklich komischem Material bestehen und Kunststoff enthalten. Auf jedenfall entscheidet die Form des Loches (wir erinnern uns) die Qualität des Bildes.

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Jetzt muss nur noch der UV Filter mit Hilfe von vielen Lagen Klebeband befestigt werden. Ich habe bewusst auf Kleber verzichtet, damit ich erstens den Filter weiter verwenden kann und da zweitens Klebstoff und Glas zu unschönen Reaktionen führen kann. Nun kann die Kappe an die Kamera gesetzt werden und fotografiert werden. Nun ist auch bei einer Entblößung des Sensors für über 30 Sekunden (in Räumen bei schlechtem Licht) immerhin noch eine Glasscheibe davor. Draußen wird morgen getestet. Man kann hier aber schon den Charakter der Lochkameraaufnahmen sehen. Alles ein wenig unscharf. Dafür erstreckt sich die Tiefenschärfe von ganz Vorne bis unendlich. Die Blende sollte hier auch bei 100 – 200 liegen.

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Außerdem eignet sich die neue ‘Linse’ 1a zum testen ob man Staub auf dem Sensor hat, denn bei der Blendenöffnung kann man jedes noch so kleine Staubkorn erkennen. Das Bild wurde 30 Sekunden bei ISO 1600 belichtet. Der Weißabgleich musste anschließend nach geregelt werden. Mal sehen welche Verschlusszeiten man bei Tageslicht erreichen kann.

Author Bio

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