ROCKHARZ 2013 – Musik, Sonne und gute Laune

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(Da es doch viele Bilder sind, ist die Größe entsprechend verkleinert :) )

Festivals werden in der letzten Zeit immer beliebter und immer besser besucht. Da ich seit einiger Zeit Spaß daran gefunden habe Musik nicht nur von der Scheibe bzw. der Datei zu hören, liegt es nahe auch mal eine solche Ansammlung von Bands und Gleichgesinnten zu besuchen. Allerdings bringt so ein mehrtägiger Besuch auch immer Nachteile mit sich. Ein kleines Zelt, Sanitäreanlagen  die nicht jedem zusagen und teilweise schlechtes Wetter. Glücklicherweise wurden die meisten Bedenken in Form eines umgebauten Fiat Transporters ausgeräumt. Diesen hat mein Mitreisender von einem Verwandten leihen können. Um jetzt nicht gleich mit dem Oktoberfest unter den Festivals, Wacken (W:O:A) zu starten (zumindest was die Besucherzahlen und den Alkohol angeht), lag das ROCKHARZ sehr nahe. Ein großes Festival mit ansprechenden Bands, aber noch nicht so groß das man Besucherzahlen einer Kleinstadt erreichen würde.

TAG 1 – Mittwoch

Nach einer Anreise von ca. 4 Stunden über die Autobahn (ein Transporter ist halt kein Sportwagen), wurde erst mal nach Glasflaschen im mobilen Zuhause gesucht. Diese sind nämlich verboten auf dem Campingplatz.  Die Parkplatzeinweisung vor Ort bestand aus einem: “Müsst Ihr ma´ schaun wo was frei ist”. Gut das hier alles organisiert zugeht ;) Wir sind aufgrund der doch schon als luxuriös  zu bezeichnenden Gegebenheiten einen Tag früher angereist und mussten feststellen, dass das Gelände schon gut gefüllt war.  Eigentlich ging es uns nur darum die Dimple Minds live zu sehen, im Nachhinein stellte sich die frühere Ankunft allerdings als eine der besten Ideen heraus die man haben konnte.

Nachdem wir das Gefährt rückwärts an einen Zaun bugsiert hatten, konnte es mit dem Aufbau losgehen. Einige Zeit später hatten wir im schweiße der Abendsonne ca. 10 Minuten gebraucht um einen Tisch und 2 Stühle aufzuklappen. FERTIG. Keine Stangen, keine zusammenfallenden Rohrkonstrukte, einfach Parken klappen fertig. Fehlt nur noch der Gartenzaun und das Camper-Idyll ist perfekt. Also auf zur Bühne und Dimple Minds schauen.

Was soll man sagen, soweit sind wir gar nicht gekommen, denn die Bändchenausgabe war hoffnungslos überlastet. Also ersteinmal anstehen in einer ca. 800m langen Schlange.  Was wir dann musikalisch zu hören bekommen haben, hat mich wünschen lassen, die Schlange wäre 2 KM lang gewesen. Never Meet Your Heroes. Nicht das ich jetzt der totale DM Fan wäre oder das die Musik als eine der ausgefeiltesten und wohlkomponiertesten des Genres gilt, aber das macht es nur um so schlimmer. Der Begriff ‘Sauflied’ wurde durch die gesamte Band, besonders den Sänger neu definiert… Naja, erstmal ein wenig auf dem Gelände umsehen und dann den ersten Tag ruhig ausklingen lassen.

TAG 2 – Donnerstag

Auf einem Festival braucht man keinen Wecker, das erledigen die unzähligen Aggregate die Strom liefern müssen für diverse Kaffeemaschinen. Wie schön doch die Sucht sein muss. So wie einige aus den Zelten gekrochen kamen, in die ich nicht mal einen Hund zum schlafen scheuchen würde, hätte ich auch einen Kaffee gebraucht. Da man ja im Urlaub ist, sollte man sich auch mal die Umgebung anschauen. Seltsamerweise hatten diesen drang fast alle Festival Teilnehmer und das jeden Tag. Direkt vor der ‘Tür’ liegt die  Teufelsmauer  und diese wurde entsprechend gut besucht. Wir haben uns auch mal aufgemacht und der Ausblick ist wirklich nicht schlecht von dort oben. Für das richtige Camper-Feeling wurde dann der Grill angeschmissen. Der Son of Hibachi Grill ist wirklich ein erstaunliches kleines Teil, ich glaube so einen brauche ich für zuhause auch noch. Einfach Kohle rein, anmachen und zusammenklappen. Durch den Kamineffekt ist der Grill in 10 Minuten fertig.

Nach dem der Körper mit Bewegung und Nahrung versorgt wurde, war es an der Zeit etwas für den Geist zu tun und den melodischen Klängen von elektrischen Gitarren zu lauschen. Das Gelände war nun komplett geöffnet und bot 2 Bühnen und eine Merchendise Meile. So konnte man zwischen den Bands pendeln, einkaufen oder einfach nur auf der Wiese liegen. Das schöne am ROCKHARZ ist, dass die Band zwar auf 2 Bühnen spielen, allerdings nicht gleichzeitig. Wenn eine Band spielt wird auf der zweiten Bühne aufgebaut. So verpasst man wenn man möchte keinen Auftritt.

Da die Bandzusammenstellung sehr differenziert war, hatte man aber auch genug Zeit sich für eine Stunde auszuklinken und die Sonne zu genießen. Ein kleiner Spaziergang über das Gelände bietet für jeden etwas. Von Schnappsleichen über die geschmückten vorgartenähnlichen Konstruktionen der Besucher gibt es einiges zu bestaunen, Trinkspiele und Freibier eingeschlossen.

Auch hier aus der Region (Hamburg) kommen Ohrenfeindt. klingen nach AC/DC und haben eine menge Spaß beim Musik machen. Die Texte sind deutsch, der Rock Hard :) Eine super kombination. Kann man gut hören, was noch gefehlt hat wäre ein Cover Nummer gewesen.

Wir haben uns dann noch ein wenig die Bands reingezogen und haben das lokal vertriebene Bier getestet.

TAG 3 – Freitag

Nach 2 Tagen werden dann doch langsam die niederin Instinke nach Sauberkeit wach. Zum Glück kann man für ca. 2,00 € einen kleinen bunten Zettel Papier erwerben der einen dazu berechtigt die warmen Duschen zu benutzen. Kleine Duschkabienen, wenig Wasserdruck, kein Platz, keine Temperaturregelung aber eine wahre Wohltat. Die Außentemperaturen lagen die gesamte Zeit über bei 27° C ohne Wolken am Himmel. Natürlich habe ich mir am ersten Tag gleich einen Sonnenbrand geholt. Entweder weiß oder Rot, wirklich viele Zwischenstufen scheint meine Haut nicht zu kennen.

Da wir vom Vortag ja schon geübt waren, gab es wieder Fleisch vom Grill, gute Musik und gute Laune. Dieser Ablauf wird glaube ich unter der entsprechenden Zugabe von Alkohol so schnell nicht langweilig. Mittlerweile kennt man auch seine ‘Nachbarn’ und ist ganz entspannt. Die Dixie-Klos sehen ihrem Ruf entsprechend aus, aber das ist eine Tatsache mit der man leben muss ;) Die Qualität der Musik steigerte sich auch von Tag zu Tag. Die Bands wurden immer besser und damit verbunden auch die Menge an Zuschauern. Bei dem weitläufigen Gelände aber kein Problem. Einzig der Tonmischer hat leider seinen Einsatz ein paar mal knapp verfehlt, so dass der Sänger im Klang der Instrumente nicht zu hören war.

Hier gab es gleich mehrere Highlights für mich, Dragonforce die live klingen wie auf CD, was nichts schlechtes heißen soll. Schnell Hart und Laut. Mit neuem Sänger auch ein wenig melodischer unterwegs. In den alten Liedern merkt man zwar den Unterschied, dafür finde ich die neuen Sachen aber um längen besser. Wer reinhören will sollte sich mal Seasons (auch die akustik Version) antun.

Und natürlich Orden Ogan :) Einfach nur gut. Die Jungs machen spaß beim zuhören. Grade bei diesen Bands ist es eigentlich schade das bis auf die Headliner nur eine Stunde je Band zur verfügung stand. Zugaben wurden keine gegeben (außer bei den Headlinern).

Das Gute am Alkohol ist, man kann auch bei Lärm einschlafen, nur der Morgen ist dann etwas gewöhnungsbedürftig ;)

TAG 4 – Samstag

Der letzte Tag unserer Reise. Aber Bandtechnisch auch der interessanteste. Avantasia als Headliner. Als mittlerweile schon eingespielte alte Festival Hasen lief an diesem Tag alles sehr ruhig ab. Man hat sich an seine Abläufe gewöhnt und weiß was wo ist. Langam kann ich die Dauercamper verstehen. Man soll es nicht glauben, aber ich bin nach 3 Tagen so richtig ‘raus’ aus allem was Arbeit etc. angeht. Also ein super Entspannungsurlaub.

An diesem Tag gab dann die volle dröhnung an Bands, Van Canto, Eisbrecher, Avantasia waren bei mir die Top-Acts. Dr. Living Dead kling nach 80er Jahre Hairspray Metal. Selbst das Logo passt. Allerdings gab es dann doch gegrohle aus Schweden… Naja jedem das seine ;)

Super spaßig waren J.B.O. die Verteidiger des wahren Blödsinns. Die die Fans dann aufgefordert haben bei Eisbrecher einfach mal Eisbecher zu rufen :)

Nach einigen schönen Bands ist aber auch der letzte Tag zuende und wir haben uns enschlossen noch in der Nacht zu fahren um dem morgendlichen Stau am Ausgang aus dem Weg zu gehen.

 

Endlich wieder zuhause zu sein ist schon nach 3 Tagen schön, das eigene Klo, eine heiße Dusche (mit Temperaturregelung) und vor allem anderem wieder bei dem Menschen den man liebt ;) Gerne wieder Festival, hat super Spaß gemacht. Tolle Bands, super Wetter, gute Freunde, was will man mehr :)

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