Abenteuer Analog: Los geht´s

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Wie schon in Teil 1 beschrieben soll es auch mal Analog sein. Nach einigen Tagen sind endlich die benötigten Utensilien angekommen um loszulegen.

    • Film Kodak APX 100
    • Entwickler Adox APH09
    • Fixierer ADOLUX ADOFIX
    • Entwicklerdose AP-Systems für 2 KB Filme
    • Destiliertes Wasser (5l)
    • Thermometer
    • Aufbewahrungsflaschen
    • Trichter
    • Eine Anleitung
    • ZEIT :)

Wer nicht so recht weiß was er braucht und wie das Ganze funktioniert, der kann mal bei Stefan Heymann vorbeischauen. Dort gibt es eine sehr schöne Anleitung wie man einen Film richtig entwickelt. Das ist alles gar nicht so schwer ;)

Hmm, irgendwas fehlt noch. Ach ja, eine Kamera sollte auch nicht fehlen. Denn irgendwo mit soll der Film ja auch belichtet werden. Da haben wir aus dem Fundus meines Vaters eine ganz besondere Kamera ausfindig machen können, eine Robot Star. Wenn schon von Hand, dann alles von Hand. Außerdem haben wir einen Kodak BW400 in einer Nikon F601 mitgenommen. Dieser Film ist allerdings für eine C41 Entwicklung im Labor gedacht, dazu aber später mehr.

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Das Einlegen war schon mal die erste Herausforderung. Gut wenn man die original Anleitung von damals hat. Diese Anleitung sollte man nochmal scannen und online stellen. Sehr schön geschrieben :) Da können sich einige die heute Anleitungen schreiben eine Scheibe von abschneiden.

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Nachdem der Film erfolgreich in die doch sehr komplizierte Vorrichtung gefriemelt wurde konnte es losgehen. Also ab in die Innenstadt und Fotografiert. Doch auch hier sollte man Geduld haben. Denn jedes Foto will richtig belichtet sein und eine Robot hat keinen eingebauten Belichtungsmesser. Also haben wir die Messung der F601 als Grundlage genommen und für 100 ISO umgerechnet, denn in dieser lag ja ein ISO 400 Film.

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Nachdem dann ca. 36 Bilder geschossen wurden ging es an das eigentliche Entwickeln. Hier muss der Film in absoluter Dunkelheit aus der Patrone entfernt und auf eine Spule aufgespult werden. Diese kommt dann in die Entwicklerdose. Da diese lichtdicht verschlossen ist, kann man bei Tageslicht weiterarbeiten. Es werden die Chemikalien in der entsprechenden Verdünnung angemischt und auf ca. 20° C gebracht. Wenn alles bereit steht kann man mit der eigentlichen Entwicklung loslegen.

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Zuerst wird entwickelt. Dazu wird der Entwickler in die Dose gegeben und diese wird die ersten 60 Sekunden kontinuierlich gedreht. Danach wird die Dose jede Minute 3 mal gedreht für 13 Minuten. Die Drehvorgänge sind um den Entwickler in der Dose zu bewegen. Außerdem wird die Dose am Beginn einigemale auf den Tisch aufgeschlagen um eventuelle Blasen vom Film zu entfernen.

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Ist der Film entwickelt muss der Prozess gestoppt werden. Hierfür reicht eine einfache zwischenwässerung. Die Dose wird mehrere male mit Destiliertem Wasser befüllt und gedreht. Dann kann auch schon fixiert werden.

Der Fixierer wird in der Dose nur alle paar Minuten gedreht. Alle diese Werte können geändert werden und beeinflussen wie der Film sich entwickelt. Wir haben den speziellen Schwarz Weiß Film zusammen mit dem C41 Film in der Dose entwickelt. Eine C41 Entwicklung ist eigentlich für Großlabore gedacht und ist von der Filmsubstanz her dem Farbfilm sehr ähnlich. Das wird gemacht um Kosten zu senken. Daher kostet die Entwicklung eines ‘echten’ Schwarz/Weiß Filmes auch ein vielfaches wie das eines normalen Farbfilms. Wir haben den C41 Film aber trotzdem zusammen mit dem S/W Film in der Dose entwickelt und was soll man sagen es klappt. Die Bilder sind alle orangestichig, aber durchaus brauchbar.  Nachdem man alle schritte durchlaufen hat, wird der Film zum entwickeln an einen sauberen Ort gehängt.

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Hier kann man dann auch schon die ersten Bilder sehen. Zu meiner Überraschung macht die Robot Bilder im 24mmx24mm. Also hätten auf den Film sicherlich 60 Bilder gepasst. Leider ist die Linse anscheinend nicht ganz klar oder ich muss noch ein wenig mehr üben im Fokus schätzen, denn viele Bilder sind unscharf.

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Im nächsten Teil kommen dann die gescannen Bilder. Zur Zeit kämpfe ich mit den 24x24er Bildern, denn mein Scanner will immer 35mm Kleinbilder scannen. Ich habe hier aber auch kein spezielles Gerät sondern ‘nur’ einen Mp980 Multifuktionsdrucker.

Abschließend muss ich sagen das es ein riesen Spaß macht analog zu Fotografieren. Man misst stellt ein und löst aus und dann erstmal nichts. Kein Bild auf der Rückseite, kein Feedback. Man kann nicht 10 mal dasselbe Motiv fotografieren. Man muss mehr denken. Und grade das macht spaß ;)

So, nun aber wieder zum Scannen ;)

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